Gehaltsforderungen gehören neben der persönlichen Qualifikation und Berufserfahrung zu den wichtigsten Elementen der Bewerbungssituation. Um ernst genommen zu werden, ist es äußerst wichtig, sich vor dem Aufstellen einer Gehaltsforderung im Bewerbungsschreiben sorgfältig darüber Gedanken zu machen, welche Höhe eine Gehaltsforderung annehmen darf. Unrealistische Forderungen, die weder mit der Leistungsfähigkeit des Bewerbers/der Bewerberin noch mit der Interessenlage des Betriebes harmonieren, führen meist zum raschen Aussortieren einer Bewerbung.

Deshalb sollten Sie Ihre Gehaltsvorstellungen systematisch ermitteln und auch auf Nachfrage erläutern können, wozu folgende Schritte hilfreich sein können:

  • Ermitteln Sie Ihre Ausgangsposition, indem sie Ihr Gehalt aus der bisherigen Tätigkeit mit der angestrebten Position vergleichen: Ist die neue Tätigkeit schwieriger, anspruchsvoller, verantwortungsreicher, dann ist eine Gehaltssteigerung vertretbar. Auch wenn Sie Ihre Lebensumstände umstellen müssen (geplanter Umzug, evtl. mit Familie, möglicherweise Schulwechsel und Aufgabe von Wohneigentum oder auch lange Anfahrtswege können Gründe sein, ein höheres Gehalt anzustreben) oder durch einen Stellenwechsel Pensionsansprüche oder Prämien verlieren würden, können Sie Gehaltssteigerungen begründen.
  • Analysieren Sie Ihre Position auf dem Stellenmarkt: Verfüge ich über eher seltene Qualifikationen und besondere Erfahrungen oder gibt es sehr viele potenzielle Arbeitskräfte mit meinem Bildungsgang? Wie sind meine bisherigen Erfahrungen mit Bewerbungen – erhalte ich recht häufig Antwort oder Einladungen zum Vorstellungsgespräch oder habe ich schon Dutzende von Bewerbungen ohne Erfolg versandt? Habe ich einen eher kontinuierlichen, geradlinigen Lebensweg aufzuweisen oder gibt es Brüche in der Biografie, die mir negativ ausgelegt werden könnten?
  • Versuchen Sie, den zukünftigen Arbeitgeber aus öffentlich zugänglichen Quellen kennenzulernen und die ausgeschriebene Position möglichst genau zu erfassen. Das ermöglicht Ihnen, die finanzielle Leistungsfähigkeit der Firma abzuschätzen: zahlt man Tariflöhne oder übertariflich? Handelt es sich um ein renommiertes Unternehmen oder um eine junge Firma, die sich noch am Markt etablieren muss und vielleicht noch nicht über Rücklagen verfügt? Gibt es in der Stellenausschreibung bereits klare Hinweise auf das Lohnangebot bzw. gibt es andere Quellen, aus denen man die „marktübliche“ Bezahlung für die Tätigkeit ermitteln kann? Bei der Recherche nach einem angemessenen Gehalt kann ein kostenloser Gehaltsrechner hilfreich sein.

Wenn Sie sich vor der Nennung einer konkreten Gehaltsforderung mit diesen Fragenkomplexen befassen, können Sie mit wesentlich mehr Sicherheit in einer Bewerbung um Ihr zukünftiges Gehalt verhandeln, als wenn Sie nur Ihre Wunschvorstellungen formulieren, deren Grundlage Sie unter Umständen nicht begründen können.

Bildquelle: Pauline / pixelio.de